Pressemeldung

 

Treffen in der Ökoregion Arrach-Lam-Lohberg

 

Aufbruchstimmung zeigte sich am 19.2.03, als sich Aktive und Sympathisanten der Ökoregion auf dem Koppenhof in Lam mit der neuen Regionalmanagerin Katrin Meyer trafen. In der mit gut 30 Personen gefüllten Gaststube zeigte sich, dass das Interesse an der Ökoregion doch nicht erloschen ist.

 

Nachdem Katrin Meyer sich vorgestellt hatte, zog Caroline Stautner von Naturpark eine Bilanz der bisherigen Landschaftspflegemaßnahmen, die die eine große Säule der Arbeit in der Ökoregion darstellt. Demnach wurden inzwischen auf ca. 75 Hektar Pflegemaßnahmen durchgeführt; wie viel dies tatsächlich darstellt, verdeutlichte sie am Beispiel einer Gemeinde aus dem Unteren Bayerischen Wald, die auf ihre zwei (!) Hektar Pflegefläche stolz ist. Wertvoll ist auch, dass 34 ha in unserem Gebiet durch eine Bergschafherde beweidet wird. Dazu ergänzte Bürgermeister Mühlbauer aus Lohberg, dass der neue Besitzer der Herde, der Medienmanager und gelernte Schäfer Brossmann, ein neues und sicheres Winterquartier für die Bergschafe bereitstellen konnte und so das Problem der Überwinterung jetzt gut gelöst ist. Nicht nur die landschaftlichen, auch die finanziellen Vorteile der Landschaftspflege können sich sehen lassen. So wurden im ersten Projektabschnitt für Landschaftspflegemaß-nahmen (z.B. Erhalt besonderer Wiesen und Schachten und Moorbereiche) und Einrichtungsmaßnahmen (z.B. Wanderwege, Renovierung der Kapelle Engelshütt) 384.000 €, eingesetzt, davon flossen 320.000 € als Fördermittel in die Region. Letztes Jahr beliefen sich die Gesamtkosten der Landschaftspflege auf ca. 13.000 €, gut 9.000 € davon machte die Naturparkförderung aus. Somit können diese Maßnahmen ein Zubrot für land- und forstwirtschaftliche Betriebe darstellen.

 

In den Kurzbilanzen der einzelnen Arbeitskreise klang immer wieder ein Problem an, dass letztlich im System „Regionalinitiative“ liegt: richtig erfolgreich werden solche Initiativen nur, wenn möglichst viele aktiv oder wenigstens passiv mitmachen und außerdem braucht es viel Geduld, da sich – außer einigen spektakulären Projekten – die dauerhaften Erfolge immer nur sehr langsam einstellen. Aber die Regional-managerin Katrin Meyer warb dafür, auch diese kleinen Projekte nicht zu missachten: „Ohne diese kleinen Schritte würde wir uns nicht vorwärts bewegen. Das sind zwar keine Lorbeeren zum Ausruhen, und es sieht erstmal sehr wenig aus, aber auch an den kleinen Schritten kann man sehen, dass sich doch etwas bewegt, wenn wir stetig weitergehen.“ Da es vielfach auf Verhaltensänderungen, z.B. beim Einkaufen ankomme, brauche man leider Geduld, da sich keiner von uns von heut auf morgen ändere.

 

Aber auch Selbstkritik kam in einigen Aussagen zum Ausdruck, z.B. dass man versäumt habe, mit der Ökoregion intensiv zu werben, dass dieses Projekt nicht in den Köpfen angekommen sei und mangelndes „Wir-Gefühl“ wurde bemängelt. Dass die Ökoregion aber auch schon etwas vorangebracht hat, machte Frau Brandl vom Arbeitskreis „Frauen in der Landwirtschaft“ deutlich: „Wir haben dadurch Direktvermarktung gelernt, das hat es ja vorher hier nicht gegeben.“ Frau Bergmann berichtete von ihren Erfahrungen als Gästeführerin mit den Touristen, die „immer sooo große Ohren“ bekämen, wenn sie ihnen über die Ökoregion erzähle. Dass die Ökoregion im Kern ein erfolgreiches Konzept ist, zeigt sich auch in der gerade erfolgten Prämierung durch den bayerischen Landwirtschaftsminister Miller im Wettbewerb „Zukunftsfähige Landnutzung in Bayerns Gemeinden“, die Bürgermeister Bergbauer stolz verkünden konnte. Das verdeutlicht, dass gerade im Tourismus dieses „Gottesgeschenk Alleinstellungsmerkmal“, wie es Peter Rohrbacher von der Touristinfo Lam bezeichnete, verstärkt genutzt werden könnte. Nach dem Verständnis der Regionalmanagerin Katrin Meyer sollte man über den Fremdenverkehr aber nicht die Einheimischen vergessen: „Über die Tourismusförderung freue ich mich, aber gerade die Einheimischen wohnen hier das ganze Jahr und sollen das ganze Jahr von Landschaftspflegemaßnahmen und den einzelnen Regionalprojekten wie z.B. Einkaufsmöglichkeiten profitieren können.“ Hubertus Ott von der Regierung der Oberpfalz, der das Projekt begleitet und betreut, bezeichnete Regionalinitiativen als Sicherung der „lebenswerten Heimat“. Sicherlich klinge das pathetisch, aber es ginge schließlich darum, dass die Menschen vor Ort die Chance auf Einkommensmöglich-keiten und Lebensqualität hätten, nutzen müssten sie diese aber selbst. Trotz aller Skepsis wollten die Anwesenden diese Chance nicht verpassen.

 

Zur Lebensqualität gehören auch Aktionen wie das Fest der Ökoregion im Künischen Gebirge, das von der FFW Engelshütt am 1. Juni ausgerichtet wird, und das auf dem Treffen auch besprochen wurde. Dazu ist noch im März ein Vorbereitungstreffen geplant, zu dem alle Interessenten eingeladen sind, damit auf einem bunten Fest wieder alle die Region genießen können.